Hindernisse bei der Einführung der Hybrid Cloud überwinden

Noch nie spielte Technologie eine wichtigere Rolle bei der Entwicklung und Verfolgung einer erfolgreichen Arbeitsplatzstrategie. Schon bevor die Pandemie die Dynamiken unserer Arbeitsweisen und der Arbeitsortwahl grundlegend veränderte, stand für viele Führungsteams der Bedarf an größerer Agilität, Leistung und schneller und iterativer Innovation an erster Stelle. Diesem neuen dezentralisierten Arbeitsmodell zufolge muss Mitarbeitern der Zugriff auf Daten und Anwendungen auf innovative, unterschiedliche und oft komplexe Arten und Weisen möglich gemacht werden. Das bedeutet, dass die hybride Arbeitsumgebung neue Herausforderungen mit sich bringt und höhere Anforderungen an die Bereitstellung, Sicherung und Optimierung von Technologie stellt.

Die Hybrid Cloud ermöglicht diesen Paradigmenwechsel. Dem kürzlich veröffentlichten Global Workplace Report 2021 zufolge ist mehr als die Hälfte der Top-Führungskräfte der Ansicht, dass Cloud Computing aller Wahrscheinlichkeit nach der am besten geeignete Ansatz zur Unterstützung der Arbeitsplatzstrategie ist. Es wird auch deutlich, dass Unternehmen, die sich bereits geistig auf die Hybrid Cloud eingestellt hatten, beim Ausbruch der Pandemie ein Maß an Agilität zeigten, die eine fast sofortige Umstellung auf ein vollständig dezentralisiertes Arbeitsmodell ermöglichte.

In den Gesprächen, die wir im Laufe des vergangenen Jahres mit unseren Kunden geführt haben, haben diese über einige der hartnäckigsten Hindernisse auf ihrer Hybrid Cloud-Reise gesprochen. In den folgenden Ausführungen werden wir diese Herausforderungen zusammen mit einigen empfohlenen Ansätzen skizzieren.

Die 5 größten Hindernisse

1. Datensicherheits- und Compliance-Anforderungen

Der Geschäftsumfang endete früher am Data Center und den Bürowänden; das neue hybride Arbeitsparadigma hat uns jedoch alle gezwungen, die Edge zu überdenken. Da sich die Computerplattformen nun auf den gesamten Umfang einer Computerlandschaft ausgeweitet haben, ist es wichtig, dass alle Endgeräte, die auf die Hybrid Cloud sowie die Edge-Computersysteme zugreifen, sicher sind und die Compliance-Anforderungen erfüllen.

Dies geht aus unserem Hybrid Cloud Report 2021  hervor; darüber hinaus geben 95 % der Befragten an, dass sie Schwierigkeiten haben, ihren Compliance-Verpflichtungen nachzukommen. Interessanterweise nannten jene 32 % der Befragten, die Anwendungen oder Daten wieder von der Public Cloud genommen haben, die Angst vor Sicherheitsvorfällen als Haupttreiber.

Der Schutz hybrider Workloads und Daten ist komplexer und schwieriger als erwartet, und Unternehmen setzen neue Technologien schneller ein, als die Sicherheitsteams ihre Fähigkeiten und Tools anpassen können, um damit Schritt halten zu können. Die Public Cloud ist dabei nicht schwerer zu sichern als herkömmliche lokale Umgebungen, aber das Hybridmodell und die erweiterte Edge bergen grundsätzlich eigene Risiken und Komplexitäten.

Unternehmen müssen überdenken, wie sie Daten und Anwendungen im Rahmen ihrer hybriden Cybersicherheitsstrategie sichern und schützen möchten. Angesichts fehlender Hybrid Cloud-Expertise, unzureichender Sicherheitstools und einer sich schnell entwickelnden Bedrohungslandschaft entdecken viele Unternehmen den Nutzen spezialisierter Partner, um den Wert der Hybrid Cloud zu realisieren und die gewünschten Geschäftsergebnisse zu erzielen.

2. Netzwerkleistung und -verfügbarkeit

Das Netzwerk ist eine der wichtigsten Technologien, die in der Hybrid Cloud berücksichtigt werden müssen. Die Agilität, Leistung und Verfügbarkeit des Netzwerks sind jedoch entscheidend und können erhebliche Hindernisse für die Einführung der Hybrid Cloud darstellen. Unserer Erfahrung nach wurde die Herausforderung der „Konnektivität“ von der Anforderung des „uneingeschränkten Zugriffs“ übertroffen.

Nutzer greifen heute hauptsächlich aus der Ferne zu, oft von privaten Geräten und Netzwerken aus. Auch die Anwendungs- und Datenebene des digitalen Handschlags ist für Netzwerke extrem komplex geworden, da jetzt so viel außerhalb der Grenzen des Unternehmensrechenzentrums passiert. Berücksichtigt man noch die Sicherheits- und Authentifizierungsanforderungen, geht es in der Diskussion eindeutig nicht mehr nur um Konnektivität, sondern um einen nahtlosen und konsistenten ortsunabhängigen Zugriff auf Daten oder Anwendungen, die sich überall befinden könnten, und das auf sichere und Compliance-konforme Weise.

Bei Ausbruch der Pandemie haben wir beobachtet, dass Unternehmen, die bereits softwarebasierte Netzwerke einsetzten, schneller reagieren konnten als Unternehmen mit hardwarebasierten Netzwerken.

Unternehmen brauchen eine nutzerorientierte Denkweise mit Application- (und Data-)First-Ansatz. Es ist wichtig, zuerst die Anwendungsfälle zu verstehen, und anschließend nicht einfach nur alles um sie herum zu organisieren, sondern auch Geschäftsprozesse und Governance entsprechend auszurichten.

3. Unternehmenssilos und veraltete Arbeitspraktiken

Alte Unternehmenssilos behindern das neue hybride Paradigma eher, als es zu ermöglichen. Die Hybrid Cloud braucht ein einheitliches Betriebsmodell, bei dem Sicherheits-, Netzwerk-, Anwendungs- und Datenanforderungen aus einer Perspektive angezeigt und verwaltet werden. NTT empfiehlt seinen Kunden auch, Kerngeschäftsprozesse zu priorisieren und zu standardisieren, um die Mitarbeiter, Funktionen und Technologien darauf auszurichten, wenn sie dies noch nicht getan haben. Dieser ganzheitliche Ansatz soll einen Wandel weg von einer infrastrukturorientierten Denkweise hin zu einem geschäfts- und anwendungszentrierten Ansatz ermöglichen.

Es ist von entscheidender Bedeutung, auch andere wichtige Geschäftsabteilungen abgesehen von der IT in diesen Prozess zu involvieren – wie zum Beispiel Human Resources, Einkauf, Finanzen sowie Vertrieb und Marketing. Nur gemeinsam können diese Funktionen das hybride Erlebnis bieten, das Arbeitskräfte, Kunden und potenzielle Neumitglieder beider Gruppen verlangen und erwarten. Das Onboarding für neue Mitarbeiter ist nur ein Beispiel, bei dem Zusammenarbeit aller Funktionen erforderlich ist.

4. Qualifikationslücken

Die Suche nach Fachkräften mit den benötigten technologischen Fähigkeiten ist eine große Aufgabe, wenn man bedenkt, welche Faktoren hierbei zusammenspielen müssen und mit welchem Tempo sich die Public Cloud wandelt und erneuert – insbesondere aber angesichts der jüngsten dramatischen makroökonomischen Veränderungen und üblichen Qualifikationsengpässe.

Obwohl eine Unternehmenskultur, die kontinuierliches Lernen firmenintern fördert, auf jeden Fall wünschenswert ist, ist es nicht mit dem Versuch getan, vorhandene Kompetenzen einfach auf diese neue Welt zu umzumünzen, um die hybride Arbeitsumgebung voranzutreiben. Daher ist es nicht überraschend, dass laut unserem Hybrid Cloud Report 2021 knapp die Hälfte der Unternehmen mit externen Anbietern zusammenarbeitet, um Zugang zu Fachkräften mit kritischen Fähigkeiten zu erhalten, die die komplexe Implementierung ihrer Hybrid Cloud-Strategien verstehen. Außerdem geht aus dem Bericht hervor, dass bei Partnerschaften derzeit spezifische Fähigkeiten wie Risiko und Compliance, Business Continuity und Disaster Recovery gesucht werden.

Wenn Sie nach einem Partner suchen, der über die notwendigen Fähigkeiten verfügt, um Ihre Reise zu beschleunigen, würden Sie gut daran tun, sich nach einem Anbieter mit einem nachweisbar „Cloud-nativem“ Denkansatz umzusehen, der darüber hinaus Bereitschaft zu agiler Zusammenarbeit zeigt, idealerweise in Form von kurzen wert- und ergebnisbasierten Beratungssprints.

5. Kostenmanagement in mehreren Cloud-Umgebungen

Laut unserer Studie sind reduzierte oder effizientere Gesamtkosten für den IT-Betrieb der wichtigste Faktor bei der Einführung eines Hybrid Cloud-Modells. Die Kosten ergeben sich aus der Erfüllung der geschäftlichen Anforderungen an die Resilienz einschließlich akzeptabler Ausfallzeiten und SLAs.

In der Private Cloud wird die Resilienz im Allgemeinen als Plattformleistung angesehen, wobei die Komponenten selbst Redundanzen aufweisen. Das Ziel dieses Bereitstellungsmodells ist es, die Systeme mit minimalen Ausfallzeiten am Laufen zu halten.

In der Public Cloud ist Resilienz eher eine Anforderung an die Architektur. Redundanz wird durch das Design erreicht, oft mit Workloads, die auf mehrere Komponenten verteilt sind, um die gewünschten Geschäftsergebnisse zu erzielen. Ziel ist es, Risiken von Anfang an zu vermeiden, was zu einem gut durchdachten Rahmen führt, der die Anforderungen an die Redundanz erfüllt.

Sie haben zweifellos gehört, dass zur Kosteneindämmung auch gehört, dass jede Workload ihrer optimalen Umgebung zugewiesen wird. Leider basieren viele der Entscheidungen, die bestimmen, welches Bereitstellungsmodell am besten geeignet ist, allein auf den Verbrauchspreisen. Dies ist kurzsichtig, da weder Betriebskosten noch Folgekosten berücksichtigt werden, um das erforderliche Maß an Redundanz zu bieten.

Es gibt auch andere betriebliche Überlegungen wie die elastische oder statische Natur der Workload, die Notwendigkeit der automatischen Skalierung sowie die Bereitstellung und Deprovisionierung von Governances, die für den gesamten Hybrid-Bestand gelten.

Sie sollten die Kostensteuerung jedoch als Strategie und nicht nur als eine Übung des Ressourcen-Mappings betrachten. Sie werden langfristig den größten Nutzen daraus ziehen, wenn Sie die Kostenoptimierung in Ihr Betriebsmodell einbeziehen.

Eine Frau, die einen Laptop-Bildschirm anlächelt

Abschließende Überlegungen

Bei der Reise zu einer hybriden Arbeitsumgebung und damit zu einer Hybrid Cloud geht es nicht so sehr um einen Technologiewechsel, sondern vielmehr darum, von Anfang an auf eine standardisierte Strategie und ein standardisiertes Betriebsmodell umzusteigen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Standardisierung von Kerngeschäftsprozessen und Governance, um Mitarbeiter und Technologien aufeinander abzustimmen.

Darüber hinaus ist es wichtig, Prioritäten zu setzen und daran zu denken, dass dies kein Stopp-Start-Unterfangen ist. Es ist eine kontinuierliche Reise, und die verschiedenen Teile Ihres Unternehmens werden sich immer an unterschiedlichen Punkten befinden.

Die Fähigkeiten, Erfahrungen und Methoden, die dazu erforderlich sind, sind oft nicht in den Unternehmen selbst vorhanden. Dies kann (und sollte) durch diskrete, gezielte Assessments und kurze Sprints unter Einbeziehung von Cloud-nativen Partnern gelöst werden, um Ihnen die Reise zu erleichtern.

Wenn Sie mit einem unserer Teams darüber sprechen möchten, wie wir Sie dabei unterstützen können, die Hybrid Cloud-Reise Ihres Unternehmens zu beschleunigen und zu optimieren, setzen Sie sich mit uns in Verbindung.

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